Corona-Lernen für Motzkys

Ein paar praktische Tipps für das Lernen zu Hause

 

Am vergangenen Sonntag habe ich hier ein paar Praxis-Tipps zum Homeschooling für Grundschulkinder in der Corona-Krise gepostet. Darauf hat mir eine pubertätsgeplagte Mutter geschrieben:

„Liebe Ilka, vielen Dank für Deine Tipps. Die Spiele sind alle ganz nett, ich habe sie auch schon mit meiner 9-jährigen Tochter ausprobiert. Die Kleine kommt allerdings sowieso ganz gut mit der Situation zurecht. Probleme bereitet mir eher mein 14-jähriger Mister Motzky, auf dessen Uncool-Hitliste ich selbst und die Schule ganz oben stehen. Hättest Du da vielleicht auch ein paar Tipps?“

Probleme des Corona-Homeschoolings
Käpt’n Blaubär und seine Pubi-Crew
Virtuelle Reise
Querschnitt- und Längsschnitt-Themen
Studieren und probieren
Anwendungsbezogenes Lernen: Fremdsprachen, Deutsch, Geschichte und Politik
Fremdsprachen
Deutsch
Geschichte
Politik
Das Wunder vor der Haustür
Ergänzende Links
Link-Sammlungen zu Online-Lernangeboten
Pädagogische Einordnungen von Online-Spielen

Probleme des Corona-Homeschoolings

school-3666924_1920 (2)YassayIch muss zugeben, dass ich mir mit den Grundschulkindern in der Tat das dankbarere Publikum ausgesucht habe. Vielleicht habe auch ich beim ersten Schock über das Ausmaß der Krise instinktiv Zuflucht bei etwas Nettem, Erbaulichem gesucht. Und die geballte Ablehnungsfront der Mister Motzkys ist da eben nicht das Erste, was einem einfällt.
Für diese Klientel Tipps zu geben, ist aber noch aus einem anderen Grund schwieriger als bei Grundschulkindern. Schreiben, lesen und rechnen lernen muss jeder. Eltern können daher nichts falsch machen, wenn sie hier spielerisch ein bisschen nachhelfen. Bei Jugendlichen in der Sekundarstufe ist eine solche Einheitlichkeit dagegen nicht gegeben. Jedes Bundesland setzt in den Lehrplänen andere Schwerpunkte, die dann auch von Schule zu Schule wieder unterschiedlich umgesetzt werden.
In der Corona-Krise kommt hinzu, dass die einzelnen Länder auf je eigene Weise auf die Ausnahmesituation reagieren. Mancherorts wird der reguläre Unterricht weiterhin simuliert, indem die Lehrkräfte für jede vorgesehene Unterrichtsstunde entsprechende Materialien versenden. Andernorts wird der Schulausfall eher für Vertiefungs- und Wiederholungsangebote genutzt.
Letztere Vorgehensweise trägt nicht nur der besonderen Lage eher Rechnung, in der alles aus den Fugen gerät und das Festhalten an normalen Unterrichtsabläufen fast schon surreal erscheint. Es hilft auch Lernenden aus sozial benachteiligten Familien, die weit weniger Möglichkeiten haben, den Wegfall der schulischen Unterstützung durch häusliche Förderung zu kompensieren.
In jedem Fall ist es wichtig, die von den Bundesländern gesetzten Rahmenbedingungen zu beachten. Die einzelnen Lehrkräfte können damit zwar kreativ umgehen, sind aber grundsätzlich an die Weisungen von oben gebunden. Hinzu kommt noch etwas anderes: Die Lehrkraft ist keineswegs das Neutrum, das sie dem Namen nach zu sein scheint. Sie fällt nicht irgendwann aus dem großen Lehrkräftehimmel, und ihre ersten Worte sind auch nicht: „Hast du schon deine Hausaufgaben gemacht?“
Auch wenn es manch einen überraschen mag: Hinter jeder Lehrkraft verbirgt sich ein Mensch, der in der aktuellen Krise dieselben außergewöhnlichen Belastungen zu schultern hat wie alle anderen auch. Wer weiß, vielleicht handelt es sich bei der Lehrkraft, mit der man konkret zu tun hat, selbst um eine Mutter. Und vielleicht hat diese Mutter sogar ihrerseits eine Mutter, die in einem ganz anderen Ort lebt, wo sich eine polnische Pflegekraft um sie gekümmert hat – bis die Grenzen geschlossen worden sind und diese Pflegekraft über Nacht in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Nun muss die Lehrkraft, die zugleich Mutter und Tochter ist, zu ihrer Mutter reisen und sich selbst um sie kümmern. Aber was macht sie in der Zeit mit ihren Kindern, die ja sicherheitshalber keinen Kontakt mit der alten Frau haben sollten

Käpt’n Blaubär und seine Pubi-Crew

All diesen Schwierigkeiten zum Trotz haben sich mittlerweile überall im Land dierobinson-crusoe-321688_1920 (2)Herbert Hansen Schulen auf die Krise eingestellt. Dabei haben sich unterschiedliche Herangehensweisen an die Situation herausgebildet, die die neuen digitalen Möglichkeiten auf je eigene Weise nutzen.
Allgemeine Tipps, die überall gleichermaßen angewendet werden können, lassen sich deshalb in diesem Fall nicht formulieren. Was aber möglich ist, ist eine ganz subjektive Ideensammlung: Wie würde ich selbst den Unterricht in der aktuellen Lage organisieren?
Ich stelle mir dafür vor, ich wäre als Käpt’n Blaubär mit einer reinen Pubi-Crew auf dem unermesslichen Schulischen Ozean unterwegs. Unser Ziel sind natürlich die Inseln des Wissens. Kurz vor Erreichen unseres Ziels geraten wir jedoch am Kap der schlechten Noten in einen Sturm. Unser Schiff kentert, und alle Motzkys müssen sich mit Ein-Mann-Gummibooten auf eine der Inseln retten. Jeder gelangt auf eine andere Insel. Dort angekommen, werden die Boote jedoch umgehend von Gummi fressenden Riesenschildkröten vertilgt. Nun ist unsere einzige Kontaktmöglichkeit das Internet.
Glücklicherweise habe ich alle Motzkys mit mobilen, wasserdichten Endgeräten versorgt. Die Kommunikation ist anfangs allerdings ziemlich monoton. Die Nachrichten sind fast gleichlautend. Man bestätigt sich gegenseitig darin, dass es „voll scheiße“ sei hier, weil: „Total tote Hose!“
Daraus ergeben sich für mich zwei zentrale Fragen:

  1. Wie kann ich das Insel-Dasein meiner Crew-Mitglieder überbrücken und trotz allem gemeinsame Lernprozesse organisieren?
  2. Wie kann ich in der besonderen Situation vermitteln, dass das Bemühen um geistige Nahrung überhaupt noch Sinn hat oder gar Spaß machen kann? Denn natürlich haben die Neu-Insulaner in ihrer Lage ganz andere, existenziellere Probleme, wie zum Beispiel: Wie mache ich hier ein cooles Instagram-Foto? Oder: Wo bekomme ich hier Chips und Kaugummis her?

Virtuelle Reise

Eine Reihe von Themen lässt sich mit fächerübergreifenden Herangehensweisen bearbeiten. Dies ist in der aktuellen Situation insofern hilfreich, als man so ohne eine storytelling-4203628_1920 (2)TumisuSimulation des Fachunterrichts verschiedene Fachbereiche abdecken kann.
In der speziellen Inselsituation meiner Motzky-Crew könnte ich mir etwa vorstellen, dass eine virtuelle Reise motivierend sein könnte. Dafür wird gemeinsam ein Land ausgewählt, in das man dann per Netzrecherche reist. Die Recherche erfolgt dabei auf der Basis diverser Unterthemen, zu denen sich einzelne Gruppen zusammenfinden. Die Unterthemen können sich auf verschiedene Regionen des betreffenden Landes beziehen, aber auch auf Geschichte, Musik, Religion, unterschiedliche ethnische Gruppen usw.
Durch die Arbeit in Gruppen ist eine doppelte Differenzierung möglich: zum einen nach Interesse bei der Themenwahl, zum anderen aber auch innerhalb der Gruppen, indem die einzelnen Gruppenmitglieder die Komplexität der von ihnen zu bearbeitenden Fragestellung je nach Motivation und geistigem Appetit wählen. Die Gruppen können sich so selbst regulieren, motiviertere die weniger motivierten Lernenden mitziehen. Die Lehrkräfte sind bei dieser Arbeitsweise nicht dominant, stehen den Recherchierenden jedoch in allen Etappen des Lernprozesses beratend zur Seite.
Die einzelnen Gruppen erarbeiten in ihren Netzforen eine Präsentation der von ihnen gewählten Aspekte. Am Ende wird diese ins Netz gestellt und von allen gemeinsam diskutiert. Um die Diskussion zu vertiefen und auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, sollten die Gruppenmitglieder zu ihren Unterthemen jeweils auch Verständnisfragen formulieren. Auch sollte jeweils angeregt werden, die Bezüge zu den anderen Unterthemen herzustellen.

Querschnitt- und Längsschnitt-Themen

Viele Themen lassen sich als Längs- und als Querschnitt-Thema bearbeiten. Ein Beispiel für ein Querschnitt-Thema wäre etwa „Die Französische Revolution“. Dafür schließen sich die einzelnen InsulanerInnen zu Untergruppen zusammen, die sich jeweils mit einzelnen Aspekten der Thematik beschäftigen: Verlauf der Revolution, Auswirkungen auf das übrige Europa, Kult der Vernunft, Kaisertum vs. Egalitätsgedanke, der Code Napoléon, Empire-Kleidung, Musik der Zeit usw.
Ein anderes mögliches Querschnitt-Thema könnte sein: „Der brasilianische Regenwald“. Denkbare Unterthemen: Ökosystem Regenwald, Bedeutung des Regenwaldes für das Weltklima, Indigene Völker im brasilianischen Regenwald, Fauna des Regenwaldes, Flora des Regenwaldes, Regenwald und aktuelle brasilianische Politik, der Regenwald als sozioökonomisches Konfliktfeld.
Beispiele für Längsschnitt-Themen wären etwa: „Die Kleidung im Wandel der Zeit“ oder „Revolutionen“. Die Untergruppen beschäftigen sich hier zum einen mit verschiedenen historischen Ausprägungen der Thematik, zum anderen aber auch mit den allgemeineren Menschheitsfragen, die mit ihnen zusammenhängen. Im Falle der Kleidungsthematik zum Beispiel: „Kleidung und Schamgefühl“, „Kleidung und soziale Unterschiede“, „Kleidung und Geschlecht“, „Kleidung und Alter“ usw.
Bei der Revolutionsthematik könnten die allgemeineren Unterthemen etwa sein: „Auslöser von Revolutionen“, „Arten von Revolutionen“, „Verlauf von Revolutionen“, „Revolution und soziale Bewegungen“, „Revolution und soziale Unterschiede“ usw.
Querschnitt- und Längsschnitt-Herangehensweise lassen sich auch gut miteinander kombinieren. Beim Revolutionsthema könnten etwa zuerst arbeitsteilig verschiedene historische Revolutionen untersucht werden. In einem zweiten, vertiefenden Arbeitsschritt könnten dann in neu zusammengesetzten Gruppen die zeit- und kulturübergreifenden Aspekte von Revolutionen erarbeitet werden. Für gewöhnlich wird der zweite Arbeitsschritt, im Sinne eines spiralförmigen Curriculums, allerdings erst mit älteren Sekundarschülern in Angriff genommen werden, da er deutlich anspruchsvoller ist als der erste.
Zu allen Themen kann abschließend ein gemeinsamer Film ins Netz gestellt und/oder ein gemeinsames Heft gedruckt werden. Dies ist für alle noch einmal ein sicht- und anfassbares Produkt der gemeinsamen Arbeit. In 50 Jahren können es die heutigen Corona-Insulaner dann ihren Eltern zeigen: „Guck mal, was Opa und Oma damals während der Pandemie gemacht haben …“

Studieren und probieren

Optimisten können durchaus davon ausgehen, dass das Leben in einer Insel-Situation school-2353406_1920 (2)Gerd Altmann„fade“ genug ist, um sich auch mal den sonst als „Pippifax“ verschmähten Lernspielen zuzuwenden. In der Tat gibt es hier mittlerweile auch ein paar „peppigere“ Angebote, die von Mr. und Mrs. Motzky vielleicht eher angenommen werden als die üblichen Arbeitsblätter.
Für Mathematik finden sich etwa zahlreiche Spiele-Angebote auf matheretter.de. Besonders aktuell: Das Spiel Math attack, bei dem die Lernenden die richtigen Ergebnisse „abschießen“ müssen, um ihr Immunsystem vor dem Angriff von Viren zu schützen.
In Fällen, in denen es nicht um das reine Auswendiglernen von Formen und Formeln geht, sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Erlernte immer möglichst zeitnah angewendet werden kann. Ansonsten darf man sich nicht wundern, wenn Mister Motzky die erwartbare Frage stellt: Was soll ich damit auf meiner Insel?

Anwendungsbezogenes Lernen: Fremdsprachen, Deutsch, Geschichte und Politik

Fremdsprachen

 Eine nahe liegende Möglichkeit des anwendungsbezogenen Lernens, ist im Bereich der Fremdsprachen das Übersetzen von Lieblingssongs. Für viele davon wird es auf den einschlägigen Seiten bereits Vorschläge geben. In einem solchen Fall kann die eigene Version mit der im Netz abgeglichen werden.
Auf Lyricstranslate.com lässt sich sowohl unter der Kategorie „Länder“ als auch unter der Kategorie „Musiker/Bands“ nach Übersetzungen suchen – und natürlich können dort auch eigene Übersetzungen eingestellt werden. Außerdem gibt es eine Chat-Funktion, über die sich Übersetzungen diskutieren lassen. Mutige können das Übersetzen auch mit einer Karaoke-Seite verbinden und eine eigene Version des Songs vortragen. Das Selber-Singen hat den großen Vorteil, dass sich dabei die gelernten Vokabeln und Strukturen besser im Gehirn verankern.
Anwendungsbezogen ist auch das Chatten mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern. Hierfür gibt es im Internet eigene Portale, über die sich auch ganze Gruppen und Klassen miteinander vernetzen können (Beispiel: Chat der Welten).

Deutsch

 Viele Elemente des Deutschunterrichts lassen sich in das gemeinsame Schreiben einerread-515531_1920 (2)Ina Hall Geschichte integrieren. Irgendjemand gibt einen möglichst anregenden Anfang vor, dann wird reihum oder auch in chaotischer Abfolge weiter daran geschrieben. Der Lehrer-Lerncoach muss nicht unbedingt als Spaßbremse fungieren, wenn er dabei hin und wieder Tipps gibt. Adjektiv-Inflationen zu vermeiden, liegt dann ja im Interesse aller Beteiligten – die sich so ganz nebenbei über Wesen, Sinn und Unsinn einzelner Wortarten Gedanken machen.
Bei der Wahl einer gemeinsamen Lektüre ist es sicher hilfreich, auf die aktuelle Situation Bezug zu nehmen. Ein besserer Augenblick, um Albert Camus‘ Roman Die Pest zu lesen, wird sich kaum finden lassen. Dies gilt nicht nur wegen der epidemiologischen Parallelen, sondern gerade auch wegen der komplexen Auswirkungen auf das Sozialgeschehen, die Camus parallel zu der Beschreibung der Seuche thematisiert.
Ja, ich weiß: Camus ist Franzose. Aber sind wir nicht alle froh, wenn Motzky und Co sich überhaupt mal für Sätze begeistern lassen, die über Twitter-Länge und WhatsApp-Kürzel hinausgehen? Können wir dafür nicht auch mal eine Übersetzung aus einer anderen Sprache in Kauf nehmen?
Den Roman gibt es als kostenlosen PDF-Download bei epdf.pub. Dort findet sich auch ein Band mit Erläuterungen und Materialien von Frausing Vosshage.

Geschichte

antiquity-2673394_1920 (2)MWSolange es noch keine vollständigen Ausgangssperren gibt, lässt sich Geschichte überall hautnah erleben. Ritterburgen, Spuren römischer Grenzanlagen, Siedlungen und Straßen oder die in die Stadtform eingegrabenen alten Stadtmauern lassen sich aber auch leicht im Internet auffinden. So kann der Blick auf den eigenen Nahbereich im wahrsten Sinne des Wortes vertieft werden.
Eine andere Möglichkeit, tote Geschichte zum Leben zu erwecken, ist das Reenactment. Dabei werden bestimmte historische Konstellationen mit Originalrequisiten und möglichst auch an Originalschauplätzen nachgestellt. Dies ist in der aktuellen Situation natürlich nicht möglich. Allerdings gibt es im Netz auch entsprechende Spiele, durch die man sich in historische Situationen hineinversetzen kann. Vielfältige Anregungen und Wochenpläne bietet die Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht.
Eine weitere Möglichkeit ist das historische Kochen. Rezepte von Gerichten im alten Rom oder aus dem Mittelalter sind problemlos im Netz zu finden. Da die Geschmäcker von alten Römern und mittelalterlichen Rittern nicht unbedingt Pizza- und Hotdog-kompatibel sind, sollte allerdings nur in homöopathischen Dosen gekocht werden. Die Vergangenheit auf der eigenen Zunge zu schmecken, ist auch so möglich.
Kulinarische Genüsse aus dem Mittelalter gibt es bei geschichte-wissen.de. Römische Gaumenschmeichler finden sich auf imperiumromanum.com.

Politik

Parteiengründungen und verschiedene Formen von Wahlen, aber auch der Ablauf von Tarifverhandlungen lassen sich auch im Familienkreis durchspielen. Ja, in der Regel braucht man dafür größere Gruppen, die bei Ausgangssperren schwer zusammenzubekommen sind. Wenn die Familie groß genug ist, lassen sich Wahlen aber auch daheim simulieren. Denn es geht ja nicht um das tatsächliche Wählen, sondern um das Spielen von Wahlen. Und dabei können Einzelne eben auch verschiedene Rollen einnehmen.
Natürlich finden sich auch im Netz anregende Angebote zum Einüben demokratischer Grundprinzipien. Ein schönes Beispiel ist das von Planet-schule entwickelte Online-Game Der Kanzlersimulator, das sich auch allein spielen lässt. Kanzlerinnen sind dort zwar überraschenderweise nicht vorgesehen, aber bestimmte Prinzipien wie Aufstellung eines Wahlprogramms, Wahlwerbung und Koalitionsbildung können dennoch gut nachvollzogen werden – und: das Spiel hat einen hohen Spaßfaktor!
Der Problematisierung der Grundvoraussetzung von politischer Bildung sowie von Informations- und Meinungsfreiheit dient das Spiel Fake it to make it. Das von der Amerikanerin Amanda Warner entwickelte Spiel ist vor dem Hintergrund des aktuellen US-Wahlkampfs von besonderer Aktualität.
Um Klimapolitik im weitesten Sinne geht es in dem von Professor Klaus Eisenack, Umweltökonom an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, koordinierten Planspiel Keep cool. Dabei schlüpfen die Mitspielenden selbst in die Rollen von Entscheidungsträgern der großen Metropolen und können so ein Gefühl für die Komplexität der Klimaproblematik entwickeln.
In Flüchtlingsschicksale hineinversetzen kann man sich in dem Online-Spiel Last Exit Flucht. Das vom Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen angebotene Spiel hilft dabei, Flucht und Vertreibung nicht nur als Nachrichtenmeldung und „Problem der anderen“ wahrzunehmen.

Das Wunder vor der Haustür

Auch über der abgelegensten Insel wölbt sich das Firmament. Und vielleicht ist es ja in milky-way-4451281_1920 (2)Evgeni Tcherkasskiapokalyptischen Zeiten nicht die schlechteste Idee, sich Dingen zuzuwenden, denen der Weltuntergang nichts anhaben kann.
Der Sternenhimmel lässt mich damit ebenso an Andreas Gryphius‘ Endzeitgedichte aus dem Dreißigjährigen Krieg denken wie an die Astronomie. Beides hat mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn die Astronomie wird zwangsläufig immer zu den letzten Dingen führen: zu jener Wand aus Nebellicht in Milliarden Lichtjahren Entfernung, die auch das stärkste Teleskop nicht durchdringen kann; aber auch zu jenen unvorstellbar kleinen und kleinsten Teilchen, aus denen sich das Universum zusammensetzt.
So genügt ein nächtlicher Blick aus dem Fenster, um Ansporn für die Beschäftigung mit Physik und Chemie, mit Mathematik und Religion zu haben. Und wenn es mal zu bewölkt ist oder die Lichtverschmutzung in der Stadt den Blick auf den Sternenhimmel versperrt, gibt es im Netz faszinierende Seiten mit beeindruckenden Einblicken in ferne Galaxien.
Bei Eso.org finden sich zahlreiche Fotos und Erläuterungen von Aufnahmen des European Southern Observatory. Die Website Astronomieonline wendet sich ausdrücklich auch an Jugendliche, die sich auf Entdeckungsreise im Universum begeben wollen. Sie bemüht sich dafür explizit um Verständlichkeit und Übersichtlichkeit.
Für die Mathematik gilt zudem: Auch auf der kleinsten Insel gibt es eine unermesslich große Welt an Formen und Zahlen. Man muss nur den Blick dafür schärfen, schon ist die ganze Welt ein einziges mathematisches Wonderland.
Dieser Idee folgt auch der an der Universität Bayreuth (am Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik) von Werner Heubeck und Edgar Höniger entwickelte  „Mathe-Beutel“ ist als PDF-Download mit Bastel-Anleitungen im Netz verfügbar, kann aber auch als fertiges Produkt bei der Traudl Riess KG für Werklehrmittel bestellt werden.
Wer einen Garten oder ein kleines Wiesenstück vor der Haustür hat, kann das Wunder des Lebens noch auf eine andere Weise entdecken. Im kleinsten Erdklumpen lassen sich, den richtigen Blick und das richtige Werkzeug vorausgesetzt, tausend spannende Dinge entdecken. Mikroorganismen, die Struktur der Erde, die verschiedenen Arten von Moosen und Flechten: Das alles kann ein Einstieg in die Welt der Biologie und der Geologie sein. Vielfältige Anregungen zu diesem Themenfeld bietet die Broschüre Blickpunkt Boden. Materialien für einen fächerübergreifenden Unterricht, die von der oberösterreichischen Akademie für Umwelt und Natur entwickelt worden ist (als PDF-Download im Netz verfügbar)

Ergänzende Links

Wie man sieht, lebt auch in Ilkas Griffelkasten kein Universalgenie. Als alte Blaubär-Kapitänin bin ich aber auch eine große Anhängerin des Kompasses, der die Richtung weist, ohne das Ziel vorwegzunehmen.
Ein kleiner Blog-Eintrag wie dieser kann eben immer nur ein paar Denkanstöße und Anregungen geben, und natürlich ist er höchst subjektiv. Deshalb gibt es hier zum Abschluss noch eine kleine Liste mit weiterführenden Link-Sammlungen. Per Schneeballprinzip gelangt man so leicht zu allen möglichen anderen Sammlungen von Tipps und Materialien, von denen es im Netz erfreulich viele gibt. Nicht wenige Angebote sind auch ausgesprochen kurzweilig. Auch dies mag den einen oder anderen Motzky vielleicht zumindest vorübergehend gnädig stimmen.

Link-Sammlungen zu Online-Lernangeboten:

learn-977545_1920 (2)Karlhh

Tipps für Lernplattformen und Apps der GEW

Medienpakete von Planet Schule und Schule daheim

Übungsmaterialien zu Mathematik, Englisch und Deutsch bei unterricht.de

Pädagogische Einordnungen von Online-Spielen:

Empfehlungen von Online-Spielen auf dem Informations-Portal zur politischen Bildung

Game- Empfehlungen des österreichischen Ministeriums für Jugend, Arbeit und Familie

Online-Spiele-Check bei spieleratgeber-nrw.de

 

Bildnachweise: Alle Bilder von Pixabay. Titelbild: Gerd Altmann: Social Media; Teaser: scharpmbtr: Lernen; 1. Yassay: Schule; 2. Herbert Hansen: Robinson Crusoe; 3. Tumisu: Storytelling; 4. Gerd Altmann: I love maths; 5. MW: Antiquity; 6. Evgeni Tcherkasski: Milchstraße; 7. KarlHH: E-Learning

Corona-Homeschooling

Ein paar praktische Tipps für Eltern von Grundschulkindern

Die Entwicklungen rund um das Coronavirus haben uns in der vergangenen Woche regelrecht überrollt. Mit den am Freitag verfügten bundesweiten KITA- und Schulschließungen konnte vor einer Woche noch niemand rechnen. So hatten auch die Lehrkräfte kaum Zeit, um die Kinder auf häusliches Lernen vorzubereiten. Und die Eltern hatten zunächst auch ganz andere Sorgen, als eine eigene kleine „Homeschool“ einzurichten.
Am naheliegendsten ist es natürlich, jetzt die Möglichkeiten digitalen Lernens zu nutzen. Für ältere Kinder und Jugendliche, die schon versiert genug im Umgang mit Internet-Recherche und digitalen Lernformaten sind, ist das sicher auch eine sinnvolle Ergänzung. Bei jüngeren Kindern, die erst noch den richtigen Umgang mit den neuen Medien lernen müssen, reicht der Verweis auf Computer und Internet jedoch nicht aus. Sie brauchen noch mehr Anleitung und Ansprache. Außerdem müssen sie ihre Umwelt auch noch viel stärker ertasten und erkunden, beschnuppern und beäugen können, was alles eben auch den Rückgriff auf die guten, alten analogen Lernformen erfordert.
Deshalb gibt es für diese Zielgruppe an dieser Stelle ein paar Tipps, wie man mit der unerwarteten Situation umgehen kann. Natürlich bin auch ich, wie alle anderen, von der Situation überrascht worden. Die Tipps sind deshalb auch nur als grobe Orientierung gedacht, als eine Art Kompass, der dabei helfen soll, sich überhaupt erst mal auf den Weg zu machen. Und natürlich gilt auch hier: Der Weg ist das Ziel! Im Zuge des Aus- und Herumprobierens werden sich eigene Lehr-Lernerfahrungen ergeben, die sich mit anderen teilen und diskutieren lassen – woraus sich am Ende ein für alle Beteiligten fruchtbarer Lernprozess ergeben kann.

Allgemeine Tipps

  1. Überfordern Sie Ihre Kinder nicht! Orientieren Sie sich an dem aktuellen Lernstoff, wie er sich aus den Empfehlungen und Lernangeboten der LehrerInnen ergibt. Die Aufgaben der Schule haben erste Priorität.
  2. Lernen Sie regelmäßig mit Ihren Kindern, ohne aber den Schulalltag zu imitieren! Machen Sie aus dem Lernen ein Spiel, und nutzen Sie das Lernpotenzial der Spiele.
  3. Legen Sie den Schwerpunkt auf das eigene Tun der Kinder! Fertigen Sie mit ihnen gemeinsam Lernspiele an, und ermuntern Sie die Kinder, dafür auch eigene Vorschläge zu machen. Die kreative Gestaltung der Lernspiele ist selbst bereits ein wichtiger Teil des Lernprozesses.
  4. Führen Sie mit Ihren Kindern ein Lerntagebuch! Kinder, die noch nicht schreiben können, können Ihre Lernerfahrungen malen, ältere Kinder können sie in kurzen Worten zusammenfassen. Lerntagebücher erleichtern es Ihren Kindern, sich die Lerngegenstände, im Wortsinn, „anzueignen“, sich also vertiefend damit auseinanderzusetzen und sie so zu einer eigenen Lernerfahrung zu machen. Für Sie selbst ist das Lerntagebuch eine Gelegenheit, Ihre „LehrerInnenrolle“ kurzzeitig abzulegen und sich anderen Dingen zu widmen.

Tipps für Lernspiele

  1. Memory/Domino: Insbesondere dort, wo es darum geht, Verbindungen zwischen Wort- oder Zahlenkombinationen auswendig zu lernen, bieten Memory und Domino spielerische Lernmöglichkeiten. Dabei wird jeweils ein Teil des Lerninhalts auf die eine Karte bzw. den einen Domino-„Stein“ und der andere Teil auf das Gegenstück geschrieben. So können leicht Rechenaufgaben oder Einmaleinsreihen, aber auch (bei älteren Kindern) geschichtliche Daten und Ereignisse rekapituliert werden.
  2. Brettspiel: Relativ leicht lässt sich auch ein Brett-Würfelspiel mit Ereigniskarten herstellen: Sobald man auf ein Ereignisfeld kommt, muss eine Karte aufgenommen und die dort notierte Frage beantwortet werden. Das Spiel kann monothematisch angelegt sein, aber auch verschiedene Sachgebiete abdecken. Diese könnten dann bei den Ereignisfeldern und -karten verschiedenfarbig markiert sein. Denkbar wäre auch, die Ereigniskarten nach Schwierigkeitsgrad zu staffeln. So könnten auch Kinder verschiedener Altersklassen an dem Spiel teilnehmen – oder es gibt Bonuspunkte, wenn man schwierigere Aufgaben löst.
  3. Die verrückte Geschichte: Hierfür werden vier Stapel mit verschiedenfarbigen Karten bereitgestellt. Jeder Kartenstapel steht für eine Wortart: Substantiv, Verb, Präposition, Adjektiv/Adverb. Reihum ziehen die Kinder von jedem Stapel je eine Karte. Daraus werden dann Sätze gebildet. Unsinnssätze sind ausdrücklich erwünscht! Alternativ können die Sätze auch von allen gemeinsam oder in Lernteams gebildet werden. Am Ende könnten die Sätze auch zu einer Geschichte verbunden und ins Lerntagebuch eingetragen werden.
  4. Werbung? Ja, bitte! Damit all die Wurfsendungen und Kataloge endlich einmal einem guten Zweck dienen, kann man sie zusammen mit den Kindern zerschneiden. Die einzelnen Bilder lassen sich dann beschriften und ins Lerntagebuch einkleben. So kann etwa der Wortschatz zu Bekleidung und Nahrungsmitteln vertieft werden.
  5. Kalender-Recycling: Alte Kalender können dafür genutzt werden, Bausteine für Geschichten zu entwickeln. Dafür werden auf dem Tisch Kalenderblätter verteilt, die als Anregung für Geschichten dienen können. Bei kleineren Kindern kann die Geschichte als Sprachmemo aufgenommen und von den Eltern verschriftlicht werden.
  6. Mit Musik geht alles besser: Die meisten Kinder sind sehr von ihren Sangeskünsten überzeugt und führen diese auch gerne vor. Dies zu fördern, ist allein schon deshalb wichtig, um der späteren Entmutigung durch pubertäre Scham und (bei den Jungen) Reibeisenstimme vorzubeugen. Darüber hinaus bieten viele Lieder aber auch weitergehende Lernpotenziale. Der Song vom guten alten „MacDonald“ und seiner Farm lässt sich etwa hervorragend für die Beschäftigung mit Haustieren und ihren Besonderheiten nutzen.
  7. Bewegtes Lernen: Auch beim improvisierten Homeschooling darf die Freude an der Bewegung natürlich nicht zu kurz kommen. Dafür können zum einen regelmäßig Fitnesspausen dazwischengeschoben werden. Zum anderen kann die Bewegung aber auch in das Lernen integriert werden. Beispiele: Ballwerfen mit Aufgabenstellungen: Wer den Ball wirft, stellt eine Aufgabe, die der Ballfänger lösen muss. Oder: Lösungshüpfen: 5 + 2 = Siebenmal Hüpfen. Da die Nachbarn wahrscheinlich weniger Spaß an solchen Bewegungsspielen haben dürften, sollte man diese nach draußen verlegen.

 
Tipps für verschiedene Sachgebiete

  1. Mathematik. Mit Hilfe eines Memorys lassen sich etwa Additionsaufgaben oder das Einmaleins üben. Dabei werden Aufgaben und Ergebnisse jeweils auf unterschiedlichen Karten notiert. Hilfreich ist es für Kinder zudem, wenn der Weg vom Konkreten zum Abstrakten erfahrbar gemacht wird, die abstrakten Zahlen also mit konkreten Mengen verbunden werden. Rechenaufgaben werden dabei etwa mit bestimmten Gegenständen aus dem Erfahrungsbereich der Kinder geübt (Legosteine, Gummibärchen, Nudeln …).Besonders wichtig ist dies für das Einüben der Zehnerüberschreitung, die für Kinder erfahrungsgemäß eine große Lernhürde darstellt. Dafür sollte zunächst mit einer Summe von genau zehn Gegenständen die Zusammensetzung der Zahl „10“ erfahrbar gemacht werden. Hierbei können die Kinder spielerisch mit den Gegenständen hantieren, sie also etwa paarweise anordnen oder nach anderen Kriterien zerlegen. Beispiel für eine darauf aufbauende Übung: Drei Kieselsteine werden unter einer Tasse und sieben unter einer anderen versteckt. Dann wird nur eine Tasse aufgedeckt. Das Kind ist der Magier, der sagen kann, wie viele „unsichtbare“ Kieselsteine sich unter der anderen, umgestülpten Tasse befinden.
    Für das Üben der Zehnerüberschreitung eignen sich besonders gut leere Zehner-Eierkartons. Nimmt man zwei davon, so wird für die Kinder einsichtig, was Zehnerüberschreitung bedeutet: Von zwölf Tischtennisbällen (Murmeln, Kieselsteinen, Wattebällchen …) passen zehn in einen Karton, für die übrigen zwei brauchen wir den nächsten Karton. Dies sollte man dann auch entsprechend notieren: Eine rote Zahl für den vollen Eierkarton, eine blaue Zahl für die Einzel-„Eier“.
    Auf dieser Basis können dann auch Rechenaufgaben mit Zehnerüberschreitung gelöst werden. 7 + 5 heißt dann: 7 + 3 füllen einen Karton (und ergeben eine rote „1“), zwei „Eier“ bleiben für den blauen Karton übrig (und ergeben eine blaue „2“). So lässt sich typischen Rechenfehlern vorbeugen wie beispielsweise: 7 + 5 = 75. Viele Kinder versuchen auch das Ergebnis an den Fingern abzuzählen und verhaspeln sich dabei, wenn sie die Zehnerüberschreitung nicht verinnerlicht haben.
  2. Deutsch: Je nach Lernstand der Kinder kann hier zunächst einmal das ABC-Wissen vertieft werden. Buchstabenkenntnisse können auch hier leicht mit Hilfe eines Memorys vertieft werden. Die aufzudeckenden Paare wären dann etwa „A“ und „Affe“, „B“ und „Birne“ usw. Zusätzlich können die einzelnen Buchstaben verschiedenfarbig gestaltet oder auch mit Krepp-Papier auf dem Boden ausgelegt und abgegangen werden, um das Gefühl für die Form zu vertiefen.
    Fortgeschrittene Lernende können auch mit Hilfe einer Anlauttabelle (Muster sind in den meisten Fibeln enthalten, lassen sich aber auch leicht im Netz finden und ausdrucken) kleinere Geschichten schreiben. Hier ist es wichtig, dass die Kreativität und der Spaß am Schreiben im Vordergrund stehen und nicht zu streng korrigiert wird. Zentrales Kriterium ist, ob die Worte entziffert werden können und einen sinnvollen Zusammenhang ergeben.
  3. „Sachunterricht“ sollte zunächst einmal heißen: Ab in den Wald, den Stadtpark, den Garten, ans Ufer des Sees … Die kleine Exkursion könnte zum einen vorbereitet werden, indem den Kindern bestimmte Suchaufgaben gegeben werden. Das können zum Beispiel Bilder einzelner Vögel sein, die dann in der freien Natur identifiziert werden sollen. Zum anderen kann aber auch einfach das genauere Hinschauen eingeübt werden, also alles, was die Aufmerksamkeit fesselt, mit Hilfe von Bestimmungsbüchern detaillierter wahrgenommen und verstanden werden. Hierbei kann man sich als Hobby-Aushilfslehrkraft natürlich auch digitale Hilfe holen. Gerade für die Vogelbestimmung gibt es da ein paar schöne Angebote. Über die App BirdNET lassen sich etwa Vogelstimmen den dazugehörigen Vogelarten zuordnen.
    Auch der Geschichtsunterricht lässt sich bei dem für die nächsten Tage angekündigten sonnigen Wetter trefflich nach draußen verlegen. Hier kann man schon einmal ein bisschen für Ostern üben. Gesucht werden dann allerdings nicht Ostereier und Schokoladenhasen, sondern alte Hünengräber, Spuren römischer Grenzanlagen oder von Ritterburgen. Manche Wege sind ja dankenswerterweise auch von engagierten Hobby-Archäologen beschriftet worden. So spricht auch noch im Wald der Geist der alten weisen Schulmeister zu uns.
    Die kleinen Exkursionen lassen sich natürlich schön fürs Lerntagebuch dokumentieren, indem die einzelnen Fundobjekte und (bei Tieren) -subjekte fotografiert und auf dem späteren Ausdruck beschriftet werden.
  4. Hauswirtschaft/Gesundheitserziehung. „Hauswirtschaft“ klingt alles andere als sexy. Die Assoziationen führen uns da ruckzuck zurück in die 1950er Jahre oder in noch tiefere Abgründe der deutschen Geschichte. Das liegt daran, dass „Hauswirtschaft“ mit der Beschränkung auf den Haushalt verknüpft wird, was wiederum mit der Bindung von Frauen an den heimischen Herd assoziiert wird. Begreift man „Hauswirtschaft“ jedoch als einen Aspekt der Gesundheitserziehung, der für Jungen und Mädchen gleichermaßen wichtig ist, so haben wir es hier mit einem zentralen Lerngebiet zu tun.
    Lernerfahrungen lassen sich dann sehr leicht durch das gemeinsame Kochen sammeln. Die verschiedenen Zutaten können dabei, je nach Lernstand der Kinder, vor der Zubereitung gemalt oder mit einem kurzen Steckbrief im Lerntagebuch „verewigt“ werden. Dabei können Herkunft der Zutaten, Nährstoffgehalt und ggf. auch soziale und ökologische Probleme bei der Ernte der Produkte thematisiert werden. Wenn die Kinder dann noch zu einzelnen Früchten oder Gemüsearten eine kleine, selbst erfundene Geschichte malen oder schreiben, lässt sich mit einer kleinen Tomate leicht ein ganzer Vormittag zubringen. Krönender Abschluss ist natürlich die gemeinsame Zubereitung der Mahlzeit – was auch „gelernt“ sein will.

Für die, die jetzt auf den Geschmack am gemeinsamen Lehren und Lernen gekommen sind, hier noch ein paar Zusatz-Tipps und Links zur weitergehenden Beschäftigung mit der Thematik:

Die Website der Wiener Volksschullehrerin M. Wegener  bietet viele Arbeitsblätter und Spielvorschläge für die Primarstufe.

Die Seite Lernwolf von Thomas Meier aus Nürnberg enthält eine Vielzahl kostenfreier Übungsblätter für Deutsch und Mathematik in der Grundschule.

Die Stiftung Haus der kleinen Forscher hat sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern im KITA- und Grundschulalter die alltägliche Begegnung mit naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Themen zu ermöglichen. Eine von der Stiftung herausgegebene Broschüre enthält zahlreiche Spielideen mit alltäglichen Dingen wie Legosteinen zur Förderung des mathematischen Denkens: Broschuere_Mathematik_Zahlen-Zaehlen-Rechnen_01

Eine von pedocs zur Verfügung gestellte Broschüre enthält zahlreiche Tipps für Lernspiele und Übungen für Mathematik in der Grundschule: Sommerlatte, Angela; Lux, Matthia; Meiering, Gundula; Führlich, Susanne: Lerndokumentation Mathematik – Anregungsmaterialien. Berlin 2009: Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung: BE3B_Lerndokumentation_Mathematik_Anregungsmaterialien_gesamt_7.10.08_D_A

Kinderlieder zum Mitsingen: Videos mit Noten und Texten zum Ausdrucken

Bilder: Pixabay: Thomas B: Käfer; Ulrike Leone: Ostereier; Ana Zinsli: Füße; Semevent: Legosteine; Markus Spiske: Memory; Fotolia: Kids; Titelbild: Fotolia: Learning

Learning Analytics – die große Hoffnung?

Die Digitalisierung wird das Lernen und den Unterricht verändern. Eine wichtige Rolle wird das Konzept „Learning Analytics“ spielen. Dieser Begriff taucht immer wieder im Zusammenhang mit internationalen Bildungsstudien und der Forderung nach effektivem und individualisiertem Lernen auf. Es ist daher unerlässlich, diesen Begriff mit Inhalt zu füllen und sich kritisch mit dem Konzept auseinanderzusetzen. Deshalb hat das GEW-Bundesforum „ Bildung in der digitalen Welt“ eine Fachtagung mit einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Sigrid Hartong veranstaltet. Die Referentin hat das Konzept „Learning Analytics“ differenziert erläutert und in den Zusammenhang einer neuen Form von Bildungssteuerung und expandierender Dateninfrastrukturen gestellt. Dass in der Pädagogik Daten von Lernenden erhoben werden, um den Unterricht danach auszurichten, ist nichts Neues. Jede Klassenarbeit, jeder Leistungstest dient diesem Zweck. Das Neue an Learning Analytics ist, dass die Tools nicht allein von Pädagog*innen entwickelt und kontrolliert werden, sondern durch von Informatiker*innen programmierteAlgorithmen. Sie folgen also nicht der Logik der Lerntheorien oder der Entwicklungspsychologie, sondern der Logik der Datenerfassung. Das auch von der Kultusministerkonferenz geforderte Primat der Pädagogik wird hier also außer Kraft gesetzt. Die Fragestellung ist nicht: Wie kann ich die Lernentwicklung besonders gut erfassen und begleiten? Sondern: Welche Daten lassen sich einfach und effektiv erfassen und vergleichen?  Dieses einer Datenlogik folgende Konzept hat natürlich auch Auswirkungen auf die Aufgabenqualität und das Unterrichtskonzept. Bei der Aufgabenbewertung können keine kognitiven Zwischenschritte und Teilkonzepte erfasst werden, wie es in einer qualifizierten Fehleranalyse und bei Lerngesprächen der Fall wäre. Die Bewertung folgt einem Richtig- Falsch-Schema. Deshalb werden Aufgaben konzipiert, die zu diesem Auswertungsschema passen. Diskursive und kommunikative Auseinandersetzungen mit Unterrichtsgegenständen entfallen oder werden minimiert. Innerhalb der Aufgabenstellung sind bestimmte erwünschte Antworten vorprogammiert. Diese werden belohnt, während Umwege, die möglicherweise auch zu einem Ergebnis führen, ausgeschlossen werden. Dies ist eine Abkehr von Formen konstruktiver Didaktik, die gerade die (Re-)konstruktion eines Lerngegenstandes durch die Lernenden voraussetzen. An deren Stelle tritt ein Frage- und Antwortschema, das an reproduktive Unterrichtsformen erinnert. Hinzu kommt: Für die Lernentwicklung wichtige Aspekte wie die kognitiven Konzepte der Lernenden können nicht erfasst werden. Dagegen werden Daten zur Aufmerksamkeit, zur Bearbeitungszeit sowie die reine Fehlerquote erfasst. Es kommt zu einer dauernden Verhaltenskontrolle der Lernenden. Dieser Aspekt ist auch im Hiblick auf Demokratie und Freiheit problematisch. Dies gilt nicht nur für die ständige Verhaltenskontrolle, sondern auch für dasie vorgegebenen Antwortschemata. Demokratie lebt vom Diskurs. Unter der schönen digitalen Oberfläche lassen sich aber unbemerkt auch bestimmte „Wahrheiten“ transportieren und effektiv in die Köpfe bringen.
Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, was mit den erhobenen Metadaten über die Lernenden passiert. Offensichtlich führen die technischen Möglichkeiten der Learning-Analytics-Programmezu großen Rückschritten in der Methodik und Didaktik, einer Einschränkung der Aufgabenqualität sowie zu einer massiven Sammlung problematischer Metadaten. Nichtsdestotrotz feiern verschiedene Stiftungen und Teile der Bildungspolitik das Konzept als innovativ. Der Einsatz digitaler Medien und von Lernprogrammen kann durchaus sehr sinnvoll und bereichernd sein. Es ist die Aufgabe von Pädagog*innen diesen Einsatz pädagogisch zu begründen und in ein Gesamtkonzept einzufügen.

Interessante Lektüre zum Thema: Sigrid Hartong Learning-analytics-2019

 

Bild: Gerd Altmann: Datennetz (Pixabay)

Keine Nachhaltigkeit ohne Natur- und Artenschutz

 

 

Wir erleben in Moment einen „Klimaschutz“, der alle Schutzmaßnahmen zum Arten-, Natur und Landschaftsschutz aushebelt und die letzten Bande der Menschen zur Natur durchschneidet.

Der Schutz der natürlichen Ressourcen, des Planeten hat sehr viel mit einer emotionalen Verbindung zur Natur zu tun: Mit vertrauten Landschaften, Walderleben (Vogelgezwitscher, das Rauschen der Bäume) und Tierbeobachtung. Diese emotionale Bindung an die Natur war der Anlass zur Gründung der Naturschutzverbände.

Heute ist das Verhältnis der Ökobewegung zur Natur weitenteils technokratisch. Aussterbende Tierarten (wie Schwarzstorch und Rotmilan sowie viele Fledermausarten) und die Zerstörung von Landschaften bekümmern wenig. Es geht um die eigene Gesundheit und ob der Stromverbrauch „öko“ ist.  Wälder werden abgeholzt, ganze Tierarten für den „Ökostrom“ ausgerottet, für „Bio-Sprit“ werden die letzten Reste des Regenwaldes zerstört und für die Lithium-Batterien der E-Autos ganze Landstriche in Wüsten verwandelt und die Menschen dort arm und krank gemacht.

„Öko“ ist zum nationalistischen, egozentrischen, naturfeindlichen Lifestyle verkommen. Eine politische Richtung für die gentrifizierten Stadtteile. Das  Denken in Habitaten und Ökosystemen hat in diesem urbanen Lifestyle-Weltbild wenig Platz, denn es fehlt das lebendige Verhältnis zu einer vielfältigen Natur.

Bildung für nachhaltige Entwicklung hat in diesem Sinne auch die Aufgabe, die Bänder zur lebendigen Natur wieder zu knüpfen und die heranwachsende Generation mit den Wundern und der Perfektion der Natur vertraut zu machen. Denn: Klima- und Umweltschutz könnnen nur MIT und nicht GEGEN die Natur gelingen. Nur die respektvolle Achtsamkeit gegenüber Flora und Fauna kann diesen Planeten noch retten – nicht der Glaube an einen grünen Kapitalismus, der genauso rücksichtslos Habitate und Lebensräume zerstört und natürliche Ressourcen in Massen verschlingt.   Ressourcen-Sparen muss endlich populär werden. Also, liebe Lehrpersonen: Geht in den Wald und an den Teich und baut keine Windräder für BNE!

 

 

Impressionen von der Didacta 2019 in Köln

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Martina Schmerr vom Hauptvorstand und die Griffelkasten-Autorin

Auch dieses Jahr wieder: Toller GEW-Stand. Eigentlich eine ganze GEW-Landschaft! Komplim20-gew-nrw-didacta-2019-koelnent an den Landesverband: Die GEW war nicht zu übersehen. Banner, Plakate, Flyer, wo immer man hinsah. Die Reizüberflutung in der Halle war kein Problem, denn die GEW-Fußspuren führten von überallher in die rote Oase zurück. In der Oase: Herzliche Begegnungen mit engagierten KollegInnen, Energieschub durch Kaffee und Kekse, und dann: nächste Runde durch das Didacta-Labyrinth …Auch_in_der_Kita-Halle

Etwas kleiner, aber dafür von echter Lilliput-Gemütlichkeit: der KITA-Stand. Die Pezzi-Sessel tun dem didactageplagten Rücken gut. Da lacht auch das Grundschullehrerinnen-Herz! Wichtiges Thema in diesem Jahr natürlich: das Gute-Kita-Gesetz – das wir gar nicht so gut finden. Ein schöner Name schafft noch keine besseren Arbeitsbedingungen. Deshalb, Frau Ministerin, bitte merken: In Zukunft erst arbeiten, und dann loben. Kleiner Tipp: Kleine Gruppen sind große Klasse – und: Erzieherinnen verdienen mehr …

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Mein Prototyp aus Kindertagen ist leider out

Schöne neue digitale Bildungswelt? Die Themen Schulcloud, digitale Schulverwaltung und Lernplattformen waren – wie nicht anders zu erwarten – allgegenwärtig. Der Digitalpakt lässt grüßen. Manches war doch arg „nerd-lastig“. Nicht aber die Roboterecke! Dort hatte ich eine echte Begegnung der „dritten Art“: Ein Roboter von ausgewählter Star-Wars-Höflichkeit fragte mich nach meinen Wünschen. Ich muss gestehen: Mit seinem Charme hätte er mich (fast) um den Finger gewickelt. Immerhin habe ich mir daraufhin die Lernplattformen zum Programmieren für die Grundschule einmal näher angeschaut. Das Spielkind in mir hat sich davon doch stark angesprochen gefühlt. Ich denke, dass das eine wichtige Grundlage für die Computer-„Alphabetisierung“ sein könnte. Als ergänzender Lerninhalt im Sachunterricht kann es sicher seinen Platz in der Grundschule haben.

Link: GEW-Materialien und Positionen zum Themenkomplex Medienbildung und Digitalisierung

Umfassende Medienbildung: Ja, bitte! Einflussnahme der Wirtschaft auf den IMG_2722Unterricht: Nein, danke! Manches, was da glänzt und glitzert, erweist sich bei näherem Hinsehen als trojanisches Pferd. Ich weiß: Angesichts der enormen Fülle von kostenlosen Materialien ist es schwer, den Überblick zu behalten. Das ist mir auf der Didacta auch so gegangen. An vielen Stellen haben Firmen durchaus ansprechende Materialien angeboten. Und zwar nicht nur Firmen aus der Digitalbranche – auch die Müsliwirtschaft bemüht sich nach Kräften, einen Fuß in die Schulküche zu bekommen. Meine Reaktion: einen Müsliriegel eingepfiffen, Material eingesäckelt und alles zu Hause in Ruhe geprüft.

Link: GEW- Privatisierungsreport zu Propaganda und Produktwerbung

DlXZJRAXcAI4lS9Ein Fels in der Brandung: Vera Fricke von der Bundeszentrale für Verbraucherschutz. Als Leiterin   des Stabs für  Verbraucherbildung hat sie einen Online-Materialkompass mitentwickelt. Der Kompass hält, was der Name verspricht: Er bietet eine echte Orientierung in der Fülle der kostenlosen Unterrichtsmaterialien. Zu etlichen Materialien gibt es Bewertungen (in Form von Sternen) und ausführliche Rezensionen. Die GEW arbeitet mit Vera schon sehr lange zusammen. Ich treffe sie regelmäßig beim Fachforum Schule / Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie ist für mich eine wichtige Ansprechpartnerin für Fragen wie ressourcenschonende Ernährung, nachhaltigen Konsum oder auch den kritischen Umgang mit der Finanzbranche.

Materialkompass der Verbraucherzentrale

A propos ressourcenschonende Ernährung: Interessant war für mich auch der BesuchIMG_2747 am Stand der Ärzte gegen Tierversuche. Der Verein gibt Info-Broschüren, aber auch Unterrichtsmaterialien heraus. Wichtigstes Anliegen: Sensibilisierung für die Qualen, die Tiere in Versuchslaboren erleiden. Und zwar größtenteils für völlig zweckfreie Grundlagenforschung! Der Verein informiert darüber hinaus über Alternativen zu Tierversuchen, u.a. zu den Möglichkeiten der Forschung mit Hilfe von Zellkulturen und Computermodellen. Ich war überrascht, wie heiß umstritten das Thema noch immer ist. Mir wurde das bewusst, als ich am Stand Zeuge einer hitzigen Debatte zwischen einem Biologieprofessor und Mitgliedern des Vereins wurde.

Schulseite des Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“ mit Materialien

IMG_2721.JPGAuch dieses Jahr hat mich die eindringliche Werbung der Bundeswehr nicht zum Dienst an der Waffe bewegen können. Und das, obwohl die Bundeswehr regelmäßig einen der größten Stände auf der Didacta hat! Leider entspricht das der Rolle, die ihr in einigen Bundesländern im Unterricht eingeräumt wird. Ich bin mir da mit Pax Christi, Terre des Hommes und vielen anderen Organisationen einig: Die Bundeswehr hat in der Schule nichts zu suchen – die Rekrutierung von Minderjährigen verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Auf jeden Fall müsste „Waffengleichheit“ herrschen: Die Friedensbewegung müsste im gleichen Maß Zugang zu den Schulen haben. Diesem Ziel dienen auch die Fachforen zur Friedensbildung, die die GEW auch dieses Jahr wieder auf der Didacta veranstaltet hat.

Links zum Thema:

Die GEW zum Thema Bundeswehr und Schule

 „Kinder im Visier der Bundeswehr“. Broschüre von Terre des Hommes und GEW

Sonderausgabe des AWO-Magazins „Vielfalt“ zum Thema Friedensbildung

Vor lauter Digitalisierung nicht zu vergessen: der Mensch! Menschen haben Vorurteile,rass Vorurteile können zu Rassismus führen. Ein wichtiges Thema für eine Einwanderungsgesellschaft, also auch für deutsche Schulen. Auf der Didacta gab es dazu eine eigene Podiumsdiskussion. Dort habe ich Ali Can kennengelernt. Als angehender Lehrer hat er einen Verein für interkulturellen Frieden gegründet und leitet das Vilefalt- und Respektzentrum in Essen, das ein Ort der Begegnung, der Erfahrung und des Dialogs sein soll. In der Diskussion kamen insbesondere die oft unreflektierten Vorurteile zur Sprache, die vielfach zu Diskriminierungen (und in der Folge zu Lernunlust) führen. Außerdem bei der Diskussion dabei: Cornelia Gresch vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), die zu Diskriminierungen im Unterricht geforscht hat, sowie eine gewisse Ilka Hoffmann. Alle waren sich einig, dass wir eine unabhängige Anti-Diskriminierungsstelle in jedem Bundesland als Anlaufstelle für Betroffene sowie für fortbildungswillige Schulen bräuchten.

Links zum Thema:

Sendung von Deutschlandfunk Kultur vom 21.02.2019: Das Vielfalt- und Respektzentrum in Essen

Materialien der GEW zu den Themen Antirassismus und Antidiskriminierung

Screenshot_2019-02-25 mittendrin e V ( mittendrinev) TwitterLeider etwas an den Rand gedrängt: die Inklusion. Dabei habe ich auch dieses Jahr wieder festgestellt: Inklusion kann sexy sein. Beste Beispiele: die Powerfrau Eva-Maria Thoms vom Kölner Inklusionsverein Mittendrin und der Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen. Letzteren erkennt man nach seiner Aussage an seiner schicken Schirmmütze – obwohl ich persönlich eher seine Schlagfertigkeit bei Diskussionen als Erkennungsmerkmal ansehen würde.  Beide hatten das „Vergnügen“, mit dem Inklusionsskeptiker und Präsidenten des Lehrerverbandes, Peter Meidinger, über die schulische Inklusion zu diskutieren. Auf dem Foto ist zu sehen,  wie inklusiv Inklusionsbefürworter sind. Eva und Raúl haben auch etwas Werbung  für den Film „Kinder der Utopie“ von Hubertus Siegert gemacht. Der Film ist ein Nachfolgeprojekt zu dem Inklusionsfilm „Klassenleben“, der 2007 ein sechstes Schuljahr der Berliner Flämingschule porträtiert hat. In dem neuen Film werden die Kinder von damals als junge Erwachsene gezeigt. Alle haben ihren Platz im Leben gefunden und leben dabei auch heute noch die Vielfalt, die sie in der Schule als Normalität erfahren haben. Am 15. Mai wird der Film in vielen deutschen Kinos im Rahmen eines Aktionstags gezeigt, der auch anschließende Diskussionen beinhaltet.

Infos und Trailer zum Film „ Die Kinder der Utopie“

Website des Vereins Mittendrin e.v.

Homepage von Raúl Aguayo-Krauthausen

Kleiner Tipp zum Thema Verschiedenheit als Normalität: ein entzückendes Video der BBC, in dem jeweils zwei befreundete Kinder zu den Unterschieden zwischen ihnen befragt werden.

Weiterer Link zum Thema:

GEW- Materialien und Positionen zur Inklusion

busch01Regelmäßiger Gast am GEW-Stand: Michael Hüttenberger, der frühere Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule. Ich freue mich immer, ihn zu sehen, denn Michael ist ein lebendiger Gegenentwurf zum Vorurteil vom humorlosen Lehrer. Er hat ein beeindruckendes Talent zum Schmieden von Schüttelreimen und Erfinden von Wortspielen, die er mühelos aus dem Ärmel „schüttelt“. Dies verbindet er mit der Kritik an unserem gegliederten Schulsystem, was er auch in einem jetzt neu aufgelegten Buch unter Beweis gestellt hat. Kostprobe:

Lasst uns lautstark demonstrieren,

immer wieder proklamieren

bis zum letzten Wortgefecht:

„Bildung ist ein Menschenrecht!“

Ich kann nur sagen: Dieser Poet spricht mir aus der Seele!

 

Bildnachweis:  GEW-Stände: GEW NRW;  Raúl Krauthauesn und Eva-Maria Thoms mit Peter Meidinger: mittendrin e.V. ;  Materialkompass: Snapschot von der Website der Verbraucherzentrale; Rassismus in der Schule: Auszug aus dem Programmheft des VB Bildungsmedien;  alle sonstigen Fotos: Ilka Hoffmann
 

Annegret Kramp-Karrenbauer und „die armen Kinder“

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Annegret Kramp-Karrenbauer hat die benachteiligten Kinder entdeckt.  In einer aktuellen Rede sagte sie: „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Kinder bei uns ausgegrenzt werden“.

Das klingt seltsam aus dem Mund einer Politikerin, die im Saarland seit Jahren die inklusive Bildung ausbremst und die Förderschule Lernen bis in alle Ewigkeit erhalten will.  Dass gerade die Förderschule Lernen im Wesentlichen von Kindern aus benachteiligten Familien besucht wird und als gesellschaftliches Abseits fungiert, ist „AKK“ entgangen. Ihr 2014 in der ZEIT erschienener Artikel macht deutlich wofür sie steht: Inklusion, ja, aber bitte nur bis zu einem gewissen Grad. Der Artikel strotzt vor Klischees und Gemeinplätzen. Internationale Studien und die Forschung hierzulande sind an AKK spurlos vorbeigegangen.

Auf Annegret Kramp-Karrenbauers Artikel habe ich seinerzeit geantwortet. Diese Einschätzung trifft immer noch zu:

Inklusion braucht einen Systemwechsel

 

Valentin Aichele (Deutsches Institut für Menschenrechte) zu Kramp-Karrenbauer

 

 

Foto: Cole Stivers: Girl (pixabay)

 

 

 

 

Besuch aus Südkorea

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In dieser Woche hatten wir in der Frankfurter Geschäftsstelle der GEW Besuch von Lehrerinnen für Sonderpädagogik aus Südkorea.  Der Leiter unserer Abteilung für Internationales, Manfred Brinkmann, hat  den gewerkschaftlichen Teil der Bildungsreise organisiert und die Kolleginnen vor Ort betreut.

Die Reise war von den südkoreanischen Behörden gefördert worden. Außer in Frankfurt haben die jungen Kolleginnen auch in Holland und Belgien Station gemacht. Ziel der Reise war es, sich mit Lehrkräften vor Ort über sonderpädagogische Förderung und Inklusion auszutauschen.

Insgesamt waren drei Teams in Europa und den USA unterwegs. Das Team, das uns besucht hat, hatte die spezielle Aufgabe, sich auch über gewerkschaftliche Interessenvertretung zu informieren. Alle Teams werden umfangreiche Dokumentationen ihrer Reisen erstellen und diese in der Heimat in entsprechenden Veranstaltungsformaten präsentieren.

Ich war sehr beeindruckt von der Wissbegierde der jungen Kolleginnen und fand es auch beachtlich, dass eine solche Reise von offizieller Stelle gefördert wird. Der Gedanke, dass man mal über den Tellerrand des eigenen Landes und der eigenen Lehr-Lern-Gewohnheiten hinausblickt, könnte sicher auch für das deutsche Bildungswesen eine befruchtende Wirkung entfalten.

Interessant war für mich die Reaktion der Gäste, als ich ihnen von dem Lehrdeputat von Lehrkräften und der Arbeitsbelastung von SchulleiterInnen berichtet habe. Großes Erstaunen: 28 Stunden Unterrichtsverpflichtung? Müssen SchulleiterInnen wirklich auch selbst unterrichten?

Hintergrund der Verwunderung: In Sükorea beträgt die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung im Durchschnitt 16 Stunden. Wer in der Schulleitung tätig ist, ist selbstverständlich vom Unterricht freigestellt, erhält eine spezielle Ausbildung und eine deutlich höhere Vergütung als einfache Lehrkräfte. Die Folge: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Südkorea weder einen Lehrkräftemangel, noch kennt das Land Schwierigkeiten bei der Besetzung von Schulleitungen. Auf der anderen Seite waren die Kolleginnen erstaunt, dass es in Deutschland an jeder Schule eine Personalvertretung gibt. Hier scheint es in Südkorea noch Entwicklungsbedarf zu geben. Umso bemerkenswerter ist es allerdings, dass das Sammeln von Erfahrungen in diesem Bereich von staatlicher Seite gefördert wird.

Was die pädagogische Arbeit anbelangt, ist Südkorea auch kein reines Schlaraffenland. So beklagten die Kolleginnen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Leistungsanforderungen und Bewertungen von Lernenden mit sonderpädagogischem Förderbedarf an deren Leistungsvermögen anzupassen. Einen Nachteilsausgleich kennt man in Südkorea nicht. Alle Kinder und Jugendliche müssen zur gleichen Zeit das Gleiche leisten. Dies führt für alle Lernenden zu einem enormen Leistungsdruck, was die guten PISA-Ergebnisse des Landes in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt. Denn der Bildungserfolg ist in dem System davon abhängig, ob man sich die teuren Nachhilfeeinrichtungen leisten kann – und ob die Lernenden der Rund-um-die-Uhr-Belastung physisch und psychisch standhalten.

Darüber hinaus hat der enorme Leistungsdruck zur Folge, dass Lernende mit Handicaps überdurchschnittlich häufig auf Sonderschulen landen. Das ist auch deshalb besonders problematisch, weil es in Südkorea keinerlei berufsfördernde Maßnahmen für diese Lerngruppe gibt, so dass die meisten nach der Schule einfach zu Hause herumsitzen. Auf der anderen Seite konnten die Kolleginnen mit dem Begriff „Lernbehinderung“ überhaupt nichts anfangen. Wer Probleme mit dem Lernen hat, gilt nicht als behindert und wird demzufolge auch nicht auf Sonderschulen überwiesen.

Südkorea ist derzeit dabei, das Schulsystem inklusiv umzugestalten. Interessanterweise entstehen dabei teilweise ähnliche Probleme wie derzeit in Deutschland. So fühlen sich viele sonderpädagogische Fachkräfte bei der Arbeit an Regelschulen als „fünftes Rad am Wagen“. Die Kommunikation mit den Regelschulkräften erweist sich oft als schwierig. Dies liegt zum einen an der straffen Leistungsorientierung, in der sonderpädagogischer Förderbedarf nicht vorgesehen ist. Zum anderen ist die Rolle von „experts for special education“ in der Inklusion noch nicht klar definiert.

Als besonderes Problem wurde von den Kolleginnen die fehlende Unterstützung im Falle verhaltensauffälliger Schüler herausgestellt. Wie bei uns gibt es in diesem Bereich viel zu wenige schulpsychologische und sozialpädagogische Fachkräfte.

Den Austausch mit den Kolleginnen aus Südkorea habe ich als sehr bereichernd erlebt. Auch für mich war es sehr hilfreich, die deutsche Bildungslandschaft einmal im Spiegel eines anderen Landes zu betrachten.

Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit im Arbeitsfeld Schule

Die Maikundgebungen 2018 standen unter dem Motto Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit. Dieser Dreiklang fasst die Zielsetzung einer inklusiven Entwicklung der Gesellschaft schlagwortartig zusammen. Wir Gewerkschafter*innen würden keinen dieser starken und auch emotional bedeutsamen Begriffe in Frage stellen. Auf der abstrakten und programmatischen Ebene sind sie unumstritten. Schwieriger wird es, wenn wir diese Begriffe auf die konkrete „Arbeitsebene“ herunterbrechen und sie in spezifischen Bereichen zur Grundlage der gewerkschaftlichen und praktischen Arbeit machen wollen.  Ich habe in der gewerkschaftlichen Online-Zeitschrift Denk doch mal versucht, diese Begriffe auf das Arbeitsfeld Schule zu beziehen – unter der Perspektive der gewerkschaftlichen Interessenvertretung:

Artikel

Die Band The Tap Tap aus Tschechien: Inklusion durch Musik

The Tap Tap

Im Februar 2017 wurde in Hamburg der Inklusionsaktivist Michel Arriens aus dem Bus geworfen. Angeblich stellte der Elektroscooter, den er aufgrund seiner Kleinwüchsigkeit benötigt, ein Sicherheitsrisiko dar. Erst nach massiven öffentlichen Protesten in den sozialen Medien fanden die Hamburger Verkehrsbetriebe plötzlich doch eine Lösung für das Problem.

Ein in Tschechien sehr erfolgreicher Song widmet sich in ironischer Weise einer ähnlichen Problematik. Er stammt von der Band The Tap Tap, die sich ausschließlich aus Menschen mit Handicaps zusammensetzt. Die Band wurde 1998 auf Anregung des Sozialarbeiters Šimon Ornest ins Leben gerufen. Von Anfang ging es darum, die befreiende Wirkung des eigenen Musizierens mit gesellschaftlichem Engagement für die Sache der Inklusion zu verbinden. Dies zeigte sich auch auf dem ersten Album, das die Gruppe 2010 herausbrachte (Párty na kolečkách – ‚Party auf Rädern‘). Darauf findet sich u.a. ein beeindruckendes Remake des Songs Rehab von Amy Winehouse.

2011 veröffentlichte die Band den Song Řiditel autobusu, der es im Netz auf rund 10 Millionen Clicks gebracht hat. Im Mittelpunkt des Liedes steht ein Mensch, der im Alltag auf eine Gehhilfe angewiesen ist. Da diese Person im Video zu dem Song mit einem Mitglied der Band (Marek Valenta) identifiziert wird, darf man wohl davon ausgehen, dass darin auch eigene Erfahrungen verarbeitet werden.

In Song und Videoclip hat der Protagonist seinen Rollstuhl in ein Spezialfahrrad umgewandelt, das ihm die Fortbewegung erleichtert. Als er damit jedoch in einen Bus einsteigen möchte, verweigert der Busfahrer ihm den Zutritt: Diese Gehhilfe sei in Wahrheit ein Fahrrad, Fahrräder seien aber von der Beförderung ausgeschlossen. (Passend zu dem Song bezeichnet der Bandname in Haiti die als öffentliche Verkehrsmittel benutzten, meist bunt bemalten Pick-ups und Kleinbusse.)

Der Song besteht im Kern aus dem Dialog, der sich in der Folge zwischen dem Busfahrer und dem abgewiesenen Fahrgast entfaltet. Während Letzterer rein sachlogisch argumentiert und auch die Beförderungsbedingungen – die Fahrräder für zulässig erklären, wenn sie wie eine Gehhilfe benutzt werden – auf seiner Seite hat, beharrt der Fahrer darauf, in seinem Bus selbst über die Zulassung und den Ausschluss von Passagieren zu entscheiden.

Im Videoclip träumt der Busfahrer sich dabei in die Rolle eines Popstars oder eines paramilitärischen Verteidigers der Ordnung hinein. Dadurch wird deutlich, dass es ihm letztlich gar nicht um die Einhaltung der Regeln, sondern vor allem um die Auskostung seiner Macht geht – weshalb er auch nicht als Busfahrer (řidič autobusu), sondern als Chef bzw. „Führer“ des Busses (řiditel autobusu) charakterisiert wird. So zeichnet der Song in ihm ein karikatureskes Psychogramm jener kleingeistigen Bürokraten, denen die Einhaltung abstrakter Regeln und Vorschriften wichtiger ist als die gelebte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft.

Links:

Videoclip: The Tap Tap – Řiditel autobusu

(Song aus: The Tap Tap v Opeře – Mikulášská, 2011)

 

Videoclip mit englischen Untertitel

Liedtext

Weitere Songs von The Tap Tap auf bandzone.cz (Rehab: Párty na kolečkách, Nr. 02)

Band-Infos:

The Tap Tap Orchestra; Video von TRT World, englisch; Showcase, 11. Juli 2017.

Zimmermann, Marco: The Tap Tap – Lebensfreude für Musiker und Publikum; Radio Praha (auf  Deutsch), 20. Januar 2013.

Übersetzung (Dieter Hoffmann):

Der Bus-Führer

Mein neuer Rollstuhl ist so schnell wie der Wind und so stark wie ein Stier,
mit ihm fühlt sich die Welt wie ein ewiger Grillabend an,
ich habe wieder neuen Schwung, ich fühle mich, als wäre ich mindestens 1,60 Meter groß
und bin ganz im Reinen mit mir.

Das ist doch kein Rollstuhl, Bürschlein, das ist ein verdammter Fake!
Das ist ein Fahrrad, und Fahrräder sind im Bus nicht erlaubt.
Wer ein Fahrrad hat, muss draußen bleiben,
also tschüss und auf Wiedersehen!
 
Ich bin der Bus-Führer,
hier gelten meine Regeln und meine Gesetze.
 
Du bist der Führer in diesem Bus,
einem Bus, der in Richtung der Station „Ärger“ fährt.

Fahrräder sind hier nicht erlaubt, hier steht’s schwarz auf weiß,
zwing mich nicht, deutlicher zu werden!
Wenn du nicht gleich verschwindest,
kannst du dich auf was gefasst machen,
Querulanten wie dich werde ich hier nicht dulden!
 
Nur weil meine Schuhe kleiner sind als deine, habe ich nicht weniger Rechte als du!
Also denk mal drüber nach:
Nur weil irgendwo etwas schwarz auf weiß steht, ist die Realität noch lange nicht schwarz und weiß.
Was für dich wie ein Fahrrad aussieht, ist für mich eine Fortbewegungshilfe!

Du bist der Führer in diesem Bus,
aber die Welt besteht nicht nur aus Busspuren!

Ich bin der Bus-Führer,
komm mir nicht mit deinem verdammten Fahrrad in die Quere!
Fahrrad bleibt Fahrrad,
daran ist nichts zu ändern.
Dummkopf bleibt Dummkopf –
manche haben kurze Beine, manche sind etwas schwer von Begriff.
Fahrrad bleibt Fahrrad,
deine Argumente sind völlig aus der Luft gegriffen.
Dummkopf bleibt Dummkopf  –
wer sich auf das Regelwerk beruft, sollte es besser selbst genauer lesen!
 
Beförderungsbedingungen, Artikel 6, Paragraph 15:

Andere Fortbewegungshilfen werden wie Rollstühle behandelt, wenn sie diesen in Größe und Gewicht entsprechen.

Ich möchte keine vorschnellen Schlüsse ziehen
und ich will auch keinen Streit,
ich fordere nur das ein, was mir zusteht, verstehst du?
Menschen wie ich sind doch keine Märchengestalten,
wir sitzen im selben Boot wie du, also schmeiß uns nicht über Bord!

Wenn ich dich mit deinem Fahrrad hier reinlasse, büße ich meine ganze Autorität ein.
Da könnte ja jeder kommen!
Regeln sind Regeln, das kapiert sogar der dümmste Dorfdepp.
Wenn du eine Ausnahme willst, dann beschwer dich doch bei Schneewittchen, [du Zwerg]!
 

Ich bin der Bus-Führer,
wende dich doch an Gott, wenn du willst.
 
Du bist der Führer in diesem Bus,
und nächstes Mal nimmst du mir wahrscheinlich meinen Stock oder meine Prothese weg!

Ich bin der Bus-Führer,
komm mir nicht mit deinem verdammten Fahrrad in die Quere!
Fahrrad bleibt Fahrrad,
daran ist nichts zu ändern.
Dummkopf bleibt Dummkopf –
manche haben kurze Beine, manche sind etwas schwer von Begriff.
Fahrrad bleibt Fahrrad,
Dummkopf bleibt Dummkopf  –
wer sich auf das Regelwerk beruft, sollte es besser selbst genauer lesen!

Bild: Logo von The Tap Tap

Impressum/Datenschutz

Impressum:

Ilka Hoffmann

Im Borresch 14

66606 St, Wendel

 

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Auf unseren Seiten sind Funktionen des Dienstes Twitter eingebunden. Diese Funktionen werden angeboten durch die Twitter Inc., 1355 Market Street, Suite 900, San Francisco, CA 94103, USA. Durch das Benutzen von Twitter und der Funktion “Re-Tweet” werden die von Ihnen besuchten Webseiten mit Ihrem Twitter-Account verknüpft und anderen Nutzern bekannt gegeben. Dabei werden auch Daten an Twitter übertragen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Twitter erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Twitter unter http://twitter.com/privacy.

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Datenschutzerklärung für die Nutzung von Linked in

Auf Rotherbaron besteht die Möglichkeit Inhalte über Linked in zu teilen. LinkedIn Ireland Unlimited Company („LinkedIn Ireland“) ist Datenverantwortlicher für Ihre personenbezogenen Daten, die in diesem  bereitgestellt, erfasst oder verarbeitet wurden; Sie schließen mit LinkedIn Ireland eine Nutzervereinbarung ab.

Wenn Sie außerhalb der „designierten Länder“ ansässig sind: LinkedIn Corporation ist Datenverantwortlicher für Ihre personenbezogenen Daten, die im Zusammenhang mit unseren Diensten bereitgestellt, erfasst oder verarbeitet werden; Sie schließen mit LinkedIn Corporation eine Nutzervereinbarung ab.

Als Besucher oder Mitglied unserer Dienste unterliegt die Erhebung, Nutzung und Freigabe Ihrer personenbezogenen Daten dieser Datenschutzrichtlinie (einschließlich der Cookie-Richtlinie und anderen Dokumenten, auf die in dieser Datenschutzrichtlinie Bezug genommen wird) und deren Aktualisierungen.

 

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Auskunft, Löschung, Sperrung

Sie haben jederzeit das Recht auf unentgeltliche Auskunft über Ihre gespeicherten personenbezogenen Daten, deren Herkunft und Empfänger und den Zweck der Datenverarbeitung sowie ein Recht auf Berichtigung, Sperrung oder Löschung dieser Daten. Hierzu sowie zu weiteren Fragen zum Thema personenbezogene Daten können Sie sich jederzeit unter der im Impressum angegebenen Adresse an uns wenden.

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Server-Log-Files

Der Provider der Seiten (WordPress) erhebt und speichert automatisch Informationen in so genannten Server-Log Files. Dies sind:

  • Browsertyp/ Browserversion
  • verwendetes Betriebssystem
  • Referrer URL
  • Hostname des zugreifenden Rechners
  • Uhrzeit der Serveranfrage

Diese Daten sind nicht bestimmten Personen zuordenbar. Eine Zusammenführung dieser Daten mit anderen Datenquellen wird nicht vorgenommen.

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Wenn Sie uns per Kontaktformular Anfragen zukommen lassen, werden Ihre Angaben aus dem Anfrageformular inklusive der von Ihnen dort angegebenen Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen bei uns gespeichert. Diese Daten geben wir nicht ohne Ihre Einwilligung weiter.

 

 

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